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Golden Goal

Oro Ibiza – ein Volltreffer für Gin-Fans

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"... am Ende gewinnen immer die Deutschen!" Der legendäre Satz von Gary Lineker bringt das englische Fußball-Trauma auf den Punkt. Und nicht nur das Fußball-Trauma! Mein Kumpel Manni und ich waren schon Fans von Gin, als der noch als Seelentröster für alte englische Damen galt. Seitdem suchen wir bei regelmäßigen, flüssigen Testspielen nach dem besten Gin. Und hatten uns schon mehrfach festgelegt. Aber jetzt haben wir einen neuen Gin entdeckt, der so ganz nach unserem Geschmack ist: Einen deutschen Gin mit balerarischer Seele. Sowohl pur wie auch als Basis für einen Martini-Cocktail ist er für uns ein Golden Goal. Sein Name: Oro Ibiza! Nicht nur Manni und ich finden, dass dieser Gin ein echtes Golden Goal ist. Die gestrenge Jury der renommierten International Wine & Spirits Competition sieht das genauso. Sie verlieh ihm 2015 unter rund 170 weltweiten Teilnehmern als einzigem Deutschen Gin die Goldmedaille. Tja, tut uns jetzt so’n bisschen leid für die Gin-Nation England, aber auch beim Gin gewinnen am Ende immer die Deutschen.

 

 

Kraftvoll & geschmeidig

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Er liegt glasklar im Glas. In die Nase steigt der Duft von Wacholder, auch eine Spur Kakao lässt sich erschnuppern. Das macht schon mal Lust auf den ersten Schluck. Und der ist dann auch eine kleine Offenbarung. Geschmeidig und leicht ölig breitet er sich unterm Gaumen aus.  Und dann treffen vollfette Wacholdernoten die Geschmacknerven, gemischt mit einem Hauch von frischer Kiefer, einer Idee von bitterem Kaffee und Schoko sowie einer Spur mineralischer Erde. WOW, dieser Gin kommt zwar auf Samtpfoten daher, stürmt aber mit sehr schön ausbalancierter Kraft den Gaumen. Aroma-technisch, versteht sich. 
In punkto Alkohol gibt sich der Oro Ibiza moderat. Soll sagen: Er „sprittet“ kein bisschen und ist ausgesprochen süffig. Bisher waren Manni und ich ja der Meinung, ein ordentlicher Gin sollte reichlich Umdrehungen haben. Sonst kratzt er nämlich in der Regel in Kehle wie Schleifpapier. Hat Gin aber genug Alkoholpower, rinnt er weich die Kehle runter, entfacht dabei ein Aromen-Feuerwerk unterm Gaumen -  und schmeckt nach mehr. Nach viel mehr! Alles unter 47 % Alkoholgehalt hätten wir deshalb früher gleich in den Gulli gekippt. Hätten, wohl bemerkt! Denn der Oro Ibiza Gin hat uns trotz seines Alkoholgehalts von "nur" 43,2 % Vol. Alk. eines Besseren belehrt.   
Wir haben ihn handwarm getrunken – wunderbar. Wir haben ihn gekühlt und/oder auf Eis getrunken – supi. Seine Schöpferin empfiehlt, ihn in einem Ballonglas gemeinsam mit Tonic Water und Eis zu genießen. Und zwar mit einer Garnitur aus Orangenzesten, Wacholderbeeren und (falls zu bekommen) einem kleinen Stück Johannisbrot. Haben wir auch probiert – Treffer! Wir ziehen freilich die gekühlte pure Variante vor. Und beim Spiel an der Cocktailbar ist Oro Ibiza Gin beim Mixen eines Dry Martini jetzt unser Stammspieler.

Einzigartig aufgestellt

Der Oro Ibiza Gin hat zwar eine balearische Seele, ist aber ein klassischer London Dry Gin. Er wird in Deutschland destilliert und abgefüllt. Kreiert wurde er von Susanne Straubinger-Meiller – einer Frau mit vielen Talenten. Sie ist unter anderem Anwältin, Edelbrand-Sommelier, Fan vom 1. FC Bayern - und eben auch Gin-Produzentin. Susanne hat lange auf Ibiza gelebt. Hier kam ihr die Idee, einen eigenen Gin zu destillieren. Zurück in Deutschland setzte sie die Idee mit Elan, Können und sehr viel Leidenschaft als Hommage an Ibiza um.
Neben dem dominierenden Wacholder prägen noch zwölf weitere Botanicals den sehr ausgewogenen Geschmack von Oro Ibiza Gin, darunter Zitrusfrüchte, Koriander, Ingwer, Galgant und Angelikawurz. Soweit, so normal eigentlich. Denn diese Botanicals sind auch die Aromengeber anderer Gin-Marken. Was den Ibiza Oro Gin einzigartig und besonders macht, ist sein zweites Key-Botanical neben Wacholder: Johannisbrot aus Ibiza. Dessen trockene, dunkelbraune Schoten schmecken wie ein Mix aus bitterem Kaffee und süßem Kakao - und genau diese Aromen finden sich, wie schon gesagt, auch im Oro Ibiza Gin wieder.
Übrigens: Manni und ich finden, dass auch die stylische Flasche mit Glasstopfen ein echter Treffer ist. Bei so einem Hingucker trinkt auch das Auge gerne mit. Den Oro Ibiza Gin gibt es im gut sortierten Spirituosenhandel (auch online) und hier.

© Susanne Straubinger-Meiller

Ganz trocken verwandelt

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ER trinkt Martini „geschüttelt, nicht gerührt“. ER trinkt aber auch nicht den klassischen Martini-Cocktail mit Gin als Basis, sondern einen Vodka-Martini. Das kann ER halten wie ER lustig ist, denn ER hat nur die Lizenz zum Töten. Manni dagegen hatte mal die Lizenz zum (Tore) schießen. Und jetzt hat er die Lizenz zum Genießen. Als bekennende Fans der klassischen Martini-Linie trinken Manni und ich unseren Martini selbstverständlich gerührt und nicht geschüttelt – wie es sich gehört. Und wir trinken ihn so trocken, dass er fast schon staubt. Hier nun das Rezept von "unserem" Dry Martini ... 

ZUTATEN
für 2 Drinks

16 cl Oro Ibiza Gin
2 cl Noilly Prat
1 Bio-Zitrone
6 Eiswürfel

ZUBEREITUNG

Bio-Zitrone halbieren. Von einer Hälfte zwei große Stücke Schale abschneiden und zur Seite legen. Von der anderen Hälfte mit dem Sparschäler zwei Zesten in Spiralen-Form schälen. Eiswürfel in ein großes Rührglas geben. Oro Ibiza und Noilly Prat darüber gießen, gut umrühren und in gekühlte Martini-Gläser abseihen. Über jeden Drink das Öl aus einem Stück Zitronenschale spritzen (einfach die Schale mit der glatten Seite nach unten über dem Glas ausdrücken) und mit einer Zitronenzeste garnieren.

Noch ein paar Grundlagen

Was ist Gin? Im Grunde ist Gin nur ein farbloser Branntwein aus Getreide oder Melasse, der seinen charakteristischen Geschmack vorwiegend durch die Aromatisierung durch Wacholderbeeren erhält. Würden nicht noch weitere Gewürze, Kräuter und Früchte, die sogenannten Botanicals, den Geschmack prägen, könnte man auch zum Steinhäger greifen. Je nach Marke kommen verschiedene Botanicals zum Einsatz. Die Aromatisierung geschieht übrigens nicht nachträglich, sondern bereits während der Destillation.
Die wichtigsten Gin-Sorten sind die britischen, bekannt als London Dry Gin oder Dry Gin, und die holländischen, die man unter dem Namen Genever kennt. Laut EU-Gesetz muss Gin einen Alkoholgehalt von mindestens 37,5 % Vol. besitzen. Gin gehört auf der britischen Insel schon seit ewigen Zeiten zu den Favourite Drinks.
Zwar wurde das Wacholderdestillat vom einem holländischen Professor erstmalig zur Bekämpfung von tropischen Fieberanfällen hergestellt. Aber während der Industrialisierung entdeckten die niederen Schichten in good old Britannien das damals recht raue Gesöff als Sorgentröster. Die Folge war ein Massen-Alkoholismus herbsten Ausmaßes. Der führte unter anderem immerhin dazu, dass die Qualität von Gin sich deutlich steigerte – und nun alte Ladies von der Langeweile erlöste. Prominentestes Beispiel: Queen Mum! Sie schüttete sich Gin flaschenweise rein, bis sie im stolzen Alter von 101 Jahren die Flasche endgültig abgab.
Gin ist inzwischen in - auch hierzulande. Und zwar in den hochwertigen Versionen, die dann auch kosten. Man kann sich selbstverständlich auch Billig-Gin reinziehen bzw. seinen Gästen servieren. Aber dann muss man sich nicht wundern, wenn das Urteil der Gäste so ausfällt, wie das von Thorsten "Kaballa" Legat über den Gin Tonic von Alexander Leipold beim Promi-Dinner: „Wer das trinkt, der isst auch kleine Kinder! Ich hab gedacht mir fallen die Plomben raus!"