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Belgische Herbst-Spiele

(Moules frites - Miesmuscheln belgische Art)

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Die Belgier haben sich ja bei der WM-Quali sehr souverän an die Spitze der Gruppe H gespielt. Genau so souverän spielen sie in der kulinarischen Liga, wenn es um Muscheln geht (Okay, das war jetzt eine sehr harte Grätsche von der WM-Quali zur Muschel. Aber egal, oder?). In Belgien selbst kann man ja das ganze Jahr über das National-Gericht Moules frites (Muscheln mit Pommes) verputzen. Hierzulande gibt es nur Muscheln in den Monaten mit "r" am Ende. Diese Regel hatte früher etwas mit den Temperaturen und der Kühlung frischer Muscheln zu tun, ist aber heute dank perfektionierter Frischelogistik nicht mehr relevant. Aber für viele Schmecklecker wie auch Händler ist die Tradition geblieben. Also werden Muscheln auch heute noch vor allem in den Monaten September bis Februar genossen.

Da ja einige keine Muscheln essen, weil sie Angst haben, sich mit "alten" Muscheln eine Vergiftung zu holen, hier ein paar Tipps von Ingolf Ernst, dem Koch und Produktentwickler bei der Deutsche See Fischmanufaktur. "Klopf, klopf – und Klappe zu! So sollte es sein, wenn man Miesmuscheln dem Frischetest unterzieht. Frische Miesmuscheln sollten nach Meer und Algen riechen. Beim Kauf ist außerdem darauf zu achten, dass die beiden Schalenhälften fest geschlossen sind. Haben sich rohe Muscheln vor der Zubereitung geöffnet, empfehle ich den Klopftest“, rät Ingolf Ernst. „Dazu klopfen Sie die Muschel auf die Tischplatte, nicht zu zaghaft, ruhig recht fest. Schließt sich die Muschel danach nicht, sollte sie aussortiert werden“, so der Deutsche-See-Experte. "Muscheln, die sich beim Kochen nicht öffnen, sollten ebenfalls aussortiert werden."

So - und nu ran an die belgischen Herbstspiele!

ZUTATEN
für 2 Muschel-Fans

2 kg Miesmuscheln 
1 Zwiebel
2 Knoblauchzehen
500 g Suppengrün
1 Stengel glatte Petersilie
Olivenöl
400 ml Weißwein (alternativ: Witte Bier oder Weißbier)
frisch gemahlener Pfeffer
Ofenpommes aus dem Handel oder selbstgemachte Pommes (Rezept "Pommes Schranke")

ZUBEREITUNG

  1. Zwiebel, Knoblauch und Suppengrün putzen und klein schneiden.
  2. Petersilie abbrausen, trocken schütteln und grob hacken.
  3. Öl in einem großen Topf erhitzen, das Gemüse dazu geben, kurz anbraten und mit einem Schuss Weißwein /Bier etwas köcheln lassen.
  4. Miesmuscheln und den restlichen Wein mit in den Topf geben.
  5. Topf zudecken und für ein paar Minuten kochen lassen - bis sich die Muscheln geöffnet haben.
  6. Die fertigen Miesmuscheln mit frischem Pfeffer abschmecken.
  7. Miesmuscheln aus dem Sud nehmen, mit Petersilie bestreuen und gemeinsam mit Pommes anrichten.

TIPP
Dazu passt selbstgemachte Mayonnaise wie die Mayo aus dem Rezept Pommes Schranke oder meine Frietsaus (findet Ihr hier am Ende des Rezepts). Falls Ihr Euch wundert, dass ich in der Zutatenliste Bier als Alternative zu Wein aufgeführt habe. Das ist kein Irrtum, man kann Muscheln auch super in Bier dämpfen. Wobei ich dann ein helles Bier wie das belgische Hoegaarden Wit nehme, das mit seinen Noten von Koriander und Orangenschalen dem Muschelsud einen besonderen Pfiff gibt. Gut für Muscheln ist auch die Erdinger Schneeweiße, sie ist nicht so hopfen-bitter, hat dafür eine schöne fruchtige Säure, die den Muscheln während des Bierdampfbads gut tut. 

 

 

Das flüssige Gerstensaft-Spiel dazu

Man kann zu diesem Klassiker aus der belgischen Küche selbstverständlich Weißwein trinken. Muss man aber nicht! Die Belgier und auch ich trinken dazu Gerstensaft. Helle belgische Biere und auch die dunklen belgischen Klosterbiere schmecken prima zu Muscheln. Ich persönlich greife gerne zur Erdinger Schneeweiße, die es seit Anfang Oktober wieder im Getränkehandel gibt. Diese Weißbierspezialität von Erdinger hat nämlich einen richtig frischen Geschmack, leicht herb und zitronig, ohne bittere Hopfennote. Daher begleitet die Schneeweiße herbstliche und winterliche Gerichte aus hellem Fleisch wie eine Kalbsroulade mit Pilzen sehr gut. Sie schmeckt aber auch prima zu Fisch und besonders gut zu klassischen Muschelgerichten wie Moules frites.
(Nein, dieser Tipp ist nicht von Erdinger gekauft, ich stehe einfach auf Schneeweiße und finde, dass sie ein prima Speisebegleiter ist.)